Heizmythen - wir geben Tipps
Die meisten Menschen mögen es in ihrem Zuhause kuschelig warm, vor allem wenn draußen Herbststürme durch die Straßen ziehen oder der frostige Winter die Temperaturen in den Minusbereich drückt.
In dieser Zeit wird viel Energie aufgewendet, um Räume zu heizen. Wer in dieser Zeit richtig heizt und ein paar Tipps beachtet, kann Geld sparen. Wir geben Tipps und räumen gleichzeitig mit verschiedenen Heizmythen auf.
Mythos 1: „Beim Heizen gibt es kaum Einsparpotenzial!“
Doch! Den größten Teil der Energierechnung macht nicht der Stromverbrauch aus, sondern das Heizen. Beim Heizen gibt es großes Einsparpotenzial.
Schon mit kleinen Veränderungen können die Heizkosten spürbar gesenkt werden.
Mythos 2: „1° Celsius weniger macht keinen Unterschied!“
Doch. Ein Grad weniger Raumtemperatur entspricht einer Energieeinsparung von bis zu 6 %. Vor allem in wenig oder nur kurz benutzten Räumen, wie im Flur oder Eingangsbereich, kann sich das auszahlen. Den Temperaturunterschied wird man in diesen Räumen kaum bemerken.
Wenn doch, dann genügt oft schon, sich eine warme Jacke oder einen Pullover überzustreifen auf dem Weg in den Keller oder vor die Tür, wenn der Paketdienst klingelt.
Mythos 3: „Ein Raum wird schneller warm, wenn der Heizkörper voll aufgedreht ist!“
Nein. Ein Raum wird nicht schneller warm, wenn der Heizkörper voll aufgedreht ist. Die Stufen am Thermostat regeln nicht die Geschwindigkeit, mit der ein Raum erwärmt wird, sondern die gewünschte Endtemperatur. Unabhängig von der eingestellten Temperatur heizt die Heizung gleich schnell, bis die eingestellte Temperatur erreicht ist.
Mit den Zahlen 1 bis 5 auf standardisierten Thermostaten kann die gewünschte Raumtemperatur eingestellt werden, und wird automatisch gehalten. Bei Ziffer 1 erwärmt der Heizkörper den Raum auf 12° Celsius. Mit jeder weiteren Ziffer erhöht sich die Raumtemperatur jeweils um 4° Celsius. Wird beispielsweise die Ziffer 5 eingestellt, bedeutet das eine Zieltemperatur von 28° Celsius.
Mythos 4: „Es ist sinnvoll, die Temperatur in allen Räumen gleich einzustellen!“
Nein. In Räumen, in denen wir uns nur kurz aufhalten, ist eine Temperatur von max. 18° Celsius völlig ausreichend. Jedoch spielt dabei das persönliche Empfinden eine große Rolle. Trotzdem ist es aus Kostengründen absolut sinnvoll … einfach mal ausprobieren. Im Schlafzimmer genügen beispielsweise 17° Celsius.
Jedoch sollte die Temperatur nicht zu niedrig eingestellt werden, um Schimmelbildung zu vermeiden. In Wohnräumen, die intensiver genutzt werden, empfiehlt sich eine Temperatur von 20° bis 22° Celsius.
Mythos 5: „Es genügt ein Heizkörper für mehrere Räume!“
Jein. Theoretisch ist es möglich, mit einem Heizkörper mehrere Räume zu beheizen. In der Regel ist der montierte Heizkörper auf das Raumvolumen ausgelegt. Am effektivsten ist es, jeden Raum mit einem eigenen
Heizkörper auszustatten. Ein weiteres Argument: Jeder Raum kann dann auf seine eigene Temperatur eingestellt werden.
Mythos 6: „Bei zugezogenen Vorhängen wird der Raum schneller warm!“
Jein. Da die meisten Heizkörper direkt unter den Fenstern montiert sind und lange Vorhänge im geschlossenen Zustand den Heizkörper abdecken, kann sich die Wärme nicht im Raum ausbreiten. Bei kurzen Vorhängen sieht das anders aus, insbesondere spezielle Thermovorhänge können eine Barriere
zwischen dem Fenster und dem Raum schaffen und so verhindern, dass die aufsteigende Warmluft vom Heizkörper nach außen entweicht oder sich an kalten Fensterscheiben abkühlt. Geschlossene Rollläden tragen ebenfalls dazu bei, den Wärmeverlust über die Fenster zu mindern.
Mythos 7: „Es ist sinnvoll, das Thermostat komplett zu schließen, wenn ein Raum vorübergehend nicht genutzt wird!“
Nein. Es kostet deutlich mehr Energie, einen ausgekühlten Raum zu erwärmen, als einen ungenutzten Raum auf einer niedrigen Stufe zu beheizen. Jedoch macht es absolut Sinn, die Temperatur in Räumen, die länger nicht bewohnt werden, zu senken.
Zu beachten ist jedoch, dass die Raumtemperatur nicht unter 15° Celsius fällt, da sonst die Wände zu stark auskühlen und die Gefahr von Schimmelbildung besteht.
Mythos 8: „Die Nutzung erneuerbarer Energien bringt beim Heizen keinen Vorteil!“
Doch. Obwohl die Anfangsinvestition in erneuerbare Heizsysteme (z.B. Wärmepumpen, Solarthermie) eine Hürde darstellen, können langfristig die eigenen Energiekosten gesenkt werden. Solarstrom kann beispielsweise günstiger erzeugt werden als Strom aus dem Netz. Und mit Hilfe von Sonnenkollektoren kann Warmwasser gewonnen werden, wodurch sich die hohen Energiekosten für die Erhitzung von Wasser senken lassen.
Der Umstieg auf erneuerbare Energien beim Heizen ist nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern kann auch wirtschaftlich vorteilhaft sein. Es ist eine Investition in eine nachhaltige Zukunft und bietet langfristig viele Vorteile für die Umwelt.
Mythos 9: „Eine Gebäudesanierung ist nicht notwendig, wenn ich ein modernes Heizsystem habe!“
Doch. Denn selbst das beste Heizsystem verursacht hohe Kosten, wenn die Wohnung oder das Haus nicht gut gedämmt sind. Bei einer modernen Fassadendämmung bleiben Kälte im Winter und Hitze im Sommer draußen. Häuser können auch nachträglich gedämmt werden. Zu beachten ist, dass nicht nur die Wände, sondern auch die Heizungsrohre gut isoliert sein sollten.
Vor allem dort, wo sie durch nicht beheizte Räume laufen. Wer technisch gesehen am neuesten Stand bleibt, hat großes Einsparpotenzial, weil die Effizienz moderner Heizsysteme viel höher ist als bei alten Anlagen.
Mythos 10: „Fenster dauerhaft kippen ist besser als Stoßlüften!“
Nein. Durch dauerhaftes Lüften verliert der Raum viel Wärme und die Heizung im Raum muss ständig Wärme nachliefern, um den Verlust auszugleichen – wir heizen quasi zum Fenster raus.
Eine energiesparende Lösung: mehrmaliges kurzes Stoßlüften, indem das Fenster komplett geöffnet wird. Die verbrauchte Luft im Raum wird schnell ausgetauscht, ohne dass Wände und Möbel auskühlen. Vor allem im Homeoffice ist diese Vorgehensweise zu empfehlen.